Praktikum2006
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Praktikumsbericht

Ort: Klinikum Konstanz
Luisenstraße 7
78464 Konstanz

Zeit: 16.- 20. Oktober 2006
(Im Rahmen eines Schullandheimaufenthaltes in Konstanz)

 

Tag 1

Ich traf pünktlich um 8.30 Uhr vor Zimmer 74 Etage F bei der Sekretärin Fr. Single ein. Diese begrüßte mich und führte mich und 3 weitere Praktikanten zur täglichen Besprechung der Ärzte der Inneren Station.
Dort fand eine Art Übergabe statt, bei der die Ärzte, die am Wochenende Dienst hatten die anderen über Vorkommnisse und neue Patienten informierten. Danach wurden die Praktikanten auf die einzelnen Bereiche der Inneren verteilt und wir bekamen unsere Arbeitskleidung (Kittel und Hose).
Auf "meiner" Station für diese Woche angekommen, folgte ich Fr. Dr. Knopf zur Visite, die insgesamt fast zwei Stunden dauerte.
Anschließend führte ich eine ältere Frau zum Ultraschall, bei dem ich zuschauen durfte. Der dafür zuständige Arzt Dr. Büttner erklärte mir was auf dem Monitor zu erkennen war und es stellte sich heraus, dass alles in Ordnung war.
Ich durfte außerdem bei einer Punktion zusehen, bei der einem Patienten Wasser "herausgezogen" wurde, da dieses auf seine Lunge drückte und er so schlecht Luft bekam.
Da es für mich relativ wenig zu tun gab, half ich einem Zivi Patienten in die Westklinik zu verlegen, wobei ich lernte mich in der Klinik etwas zurecht zu finden.
Gegen Nachmittag dann wurde ein Patient auf die Aufnahmestation gebracht, bei dem der Verdacht einer Hirnhautentzündung auftrat.
Dieser wurde erstmal zum CT gebracht und anschließend stationär aufgenommen.
Der beeindruckendste Patient dieses Tages war ein älterer Mann mit Krebs. Er litt an vielen schweren Krankheiten (zusätzlich Herz- und Lungenleiden) und hatte, wie er mir später erzählte, schon einiges erlebt. Beispielsweise war er im 2. WK Gefangener in Afrika gewesen, bei der er schlimmen Hunger erlitten hatte.
Ich persönlich fand dieses Gespräch sehr bewegend.

21.10.06 17:26


2. Tag
Heute kümmerte sich Fr. Dr. Bodens um mich.
Sie nahm mich mit zur Aufnahme und erklärte mir bei den einzelnen Patienten die Krankheit, Symptome und Ursache.
Die Untersuchungen liefen eigentlich bei allen Patienten gleich ab.
Jedoch zeigten sich bei einem Patienten die Auswirkungen seiner Krankheit deutlich. Er hatte viele kleine Tumore im Kopf, welche auf das Nervensystem drückten. Daher hatte er erhebliche Gleichgewichtstörungen, was sich bei ein paar Tests w.z.B mit geschlossenen Augen kleine Schritte auf der Stelle machen, zeigte.
Etwas später war ich dann bei endoskopischen Untersuchungen dabei, die Dr. Hannemann leitete.
Ich persönlich fand diese Art von Untersuchung nicht weiter schlimm, würde aber trotzdem nicht den ganzen Tag zuschauen wollen.
Gegen Nachmittag arrangierte Fr.Dr. Bodens, dass ich im Operationssaal zuschauen durfte.
Dies war doch relativ unblutig und für mich sehr interessant.
Über nur kleine Schnitte in den Bauch entfernte der zuständige Arzt eine etwa golfballgroße Zyste. Der einzige Nachteil war, dass man ziemlich lange Zeit stehen musste.

22.10.06 12:09


3.Tag



Wie jeden Tag verbrachte ich den Vormittag in der Aufnahme der Inneren Station.
Es war im Vergleich zum Montag sehr ruhig und so hatten sowohl Ärzte als auch Schwestern weniger Stress und Hektik.
Der Stationsarzt Dr. Theile, der Nachtdienst hatte, berichtete von einer Frau, die in der Nacht einen ziemlichen Tumult veranstaltet hatte.
Sie sei angeblich ziemlich psychotisch und war mehrmals aus der Klinik weggelaufen. Zudem wehrte sie sich wehement gegen Beruhigungsmittel und sonstige medizinische Versorgung.

Gegenmittag schaute ich in der Unfallchirugie vorbei.
Ein Mann hatte sich bei der Arbeit eine Wunde zugezogen, die dann mit nur wenigen Stichen genäht werden musste.
Eine weitere Patientin hatte starke Rückenschmerzen und hatte bereits seit einiger Zeit auf eine Spritze gewartet. Das Schmerzmittel wurde nicht nur in die oberen Lagen, sondern ziemlich tief hinein gespritzt.

Etwa gegen 16.00 Uhr war ich auf der internistischen Intensivstation.
Der zuständige Arzt zeigte mir anhand einer Ultraschalluntersuchung die einzelnen Organe und kontrollierte ob alles in Ordnung war.
Ich fand dies ziemlich interessant und konnte gegen Ende sogar selbst einige Organe auf dem Monitor erkennen.
Mir fiel auf, dass der Patient, den ich noch vom Montag kannte, jetzt
auf der Intensivstation liegt und sich der Verdacht wohl doch bestätigt hatte.

22.10.06 13:07


4. Tag

 
Den Vormittag des 4. Tages verbrachte ich auf der Dialysestation.
Dr. Lang nahm mich mit auf Visite und erklärte mich einiges über die Funktion der Maschine. Außerdem erklärte er mir einzelne Ursachen einer Nierenfehlfunktion.
Ich sah dabei zu, wie er eine sehr kranke älter Frau an die Dialyse anschloss.
Für die dicken Schläuche, so erzählte er, müsse man 2 Venen zusammennähen, damit diese dicker wurden und die Schläuche hineinpassten. Eine normaldicke Vene wäre nämlich viel zu dünn dafür.
Dies wurde im Rahmen einer Operation durchgeführt. Außerdem sei auf dieser Vene jetzt mehr Druck drauf, als gewöhnlich, was für den Vorgang der "Blutwäsche" notwendig ist.
Nachdem alle Laborergebnisse überprüft und bei allen Patienten nach dem Rechten geschaut war, erklärte mir ein Stationsarzt wie man Patienten wieder von der Dialyse trennte.
Hierfür wurde der Schlauch, der das Blut aus dem Körper holte an einen Beutel Kochsalzlösung geschlossen, der dem Patienten zusätzliche Flüssigkeitszugabe bot.
Zudem "spülte" diese Lösung zusätzlich das restliche Blut durch die Schläuche zurück in den Körper des Patienten.
Hierbei, so erklärte er mir, ginge kaum Blut "verloren".
Patienten der Dialyse müssen außerdem 3mal in der Woche für 4 Stunden an die Maschine.

 

22.10.06 13:41


5.Tag

Mein letzter Tag im Klinikum.
Ich war den ganzen Tag wieder bei Frau Dr. Bodens in der Aufnahme und durfte ab und zu auch mal selbst einen Patienten abhören.
Eine Patientin hatte zum Beispiel eine Herzrhytmusstörung und man konnte den Unterschied zu einem gesunden Herzen zwar nur schwer, aber dafür deutlich hören.
Bei einer Ultraschalluntersuchung bei Dr. Büttner durfte eine PJ-lerin (Praktisches Jahr) selbst die Untersuchung durchführen. Sozusagen als Übung unter Aufsicht.

Gegen Mittag kam ein MS-Patient zur Aufnahme.
Frau Dr. Bodens meinte, dass wohl Essensreste, die er aufgrund seiner Erkrankung nicht mehr schlucken konnte, in die Luftröhre gerutscht waren und er diese jedes mal versuchte auszuhusten.
Jedoch fiel ihm auch dies schwer.
Sie empfehlte einen Luftröhrenschnitt machen zu lassen, da das ihm die Atmung deutlich erleichtern würde zund man im Notfall auch besser absaugen könnte.
Jedoch sei seine Lebenserwartung aufgrund des fortgeschrittenen Stadiums und der Aussicht auf keine drastische Besserung, nicht mehr allzu hoch.
Er wurde erstmal stationär aufgenommen.

Mein letzter Praktikumstag endete gegen 16. 00 Uhr und ich verabschiedete und bedankte mich.

Alles in Allem war es eine sehr schöne Praktikumswoche, bei der ich viel gelernt habe und die ich am liebsten um einige Wochen verlängert hätte.
Ich bedanke mich auf diesem Weg nochmal bei allen Beteiligten.

22.10.06 14:10


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22.10.06 14:24